Laurel Brunner spricht über neue nachhaltige Technologien, die im Textildrucksektor eingesetzt werden können.
Die Geschichte des Textildrucks ist eine Geschichte der Innovationen, von der Übertragung von Farben auf Substrate mit geschnitzten Holzstöcken bis hin zu digital bedruckten Stoffen. Neben diesen maßgeschneiderten Optionen gibt es eine Reihe industrieller Verfahren, die alle Arten von Leinen und Vorhängen bis hin zu Couture-Kleidung und T-Shirts herstellen. Die Rückbesinnung auf Technologien, die es uns ermöglichen, Innenräume und Kleidung nach Maß zu gestalten, schafft nun alle Arten von Möglichkeiten für neue Unternehmen, die im Allgemeinen vom E-Commerce angetrieben werden.
Digitale Druckmaschinen und Farbstoffinnovationen beginnen, das Textilgeschäft ernsthaft zu stören. Das ist positiv, denn die herkömmliche Textilproduktion ist ein ressourcenintensiver Herstellungsprozess. Nach Untersuchungen der FESPA hat dieser Markt einen Wert von 165 Milliarden Dollar. Weltweit werden über 30 Milliarden Quadratmeter Textilien bedruckt, die meisten davon in China und Indien, was nicht weiter verwunderlich ist. Da die Bevölkerung weiter wächst und die Einkommen steigen, können wir mit immer mehr Textilangeboten rechnen. Das ist der Grund, warum sich die Hersteller der grafischen Industrie so eifrig in diesem Sektor engagieren.
Der Textildruck war ein großes Thema auf der FESPA 2018 in Berlin. EFI hat schon seit vielen Jahren ein Auge auf diesen Sektor geworfen und hält durch den Kauf von Reggiani vor einigen Jahren nun über 60 % des Direktbekleidungsmarktes. Ungefähr 60 % davon sind Bekleidung, der Rest entfällt auf Innenausstattung (Möbel) und industriellen Textildruck. Auf der FESPA 2018 hat EFI eine Textilpigmenttinten-Technologie für den Textildirektdruck vorgestellt.
Das neue Verfahren verfügt über eine Inline-Polymerisation und verbraucht weniger Energie und Wasser, um einen Druck sehr schnell zu produzieren. Die bedruckten Stoffe müssen nicht gewaschen oder gedämpft werden und EFI gibt an, dass das Verfahren auf einer Vielzahl von Fasern funktioniert.
Wir können weitere ähnliche Innovationen in diesem Sektor erwarten, da der Markt für maßgeschneiderte Textilien und Kleidung weiter wächst. HP hat den Textildruck im Visier, und Mimaki ist ein etablierter Akteur in diesem Teil des Marktes.
Es ist noch zu früh, um zu sagen, ob wir erwarten sollten, dass die Druckindustrie diese Technologie annimmt, oder ob die Modeindustrie zuerst dazu kommt. Epson hat gesehen, wie die Designbranche die Inhouse-Produktion angenommen hat. Die Verlagerung hin zu noch schnellerer Mode lässt vermuten, dass die Hersteller von Digitaldruckmaschinen die Chance haben, einen ganz neuen Markt zu erobern, der weit entfernt vom konventionellen Druck ist.
Quelle: Dieser Artikel wurde vom Verdigris-Projekt erstellt, einer Brancheninitiative, die das Bewusstsein für die positiven Auswirkungen des Drucks auf die Umwelt schärfen soll. Dieser Kommentar hilft Druckereien dabei, sich über Umweltstandards auf dem Laufenden zu halten und zu erfahren, wie eine umweltfreundliche Unternehmensführung dazu beitragen kann, ihre Bilanz zu verbessern. Verdigris wird von den folgenden Unternehmen unterstützt: Agfa Graphics, Spindrift.click, EFI, FESPA, HP, Kodak, Kornit Digital, Ricoh, Splash PR, Unity Publishing und Xeikon.